Donnerstag, 12. Dezember 2013

Steinmeier - Henrik ist wieder da

Henrik ist ein total netter Typ, kompletter Querschnitt und voll im Berufsleben. Er war im Krankenhaus für zwei Wochen mein Bettnachbar und ein Vorbild. Er kam nach Hamburg, weil eine Routineuntersuchung seiner Blase ein unklares Bild abgab und die Vermutung geäußert wurde, er könne einen Blasenstein haben. Es sollte eigentlich eine kurze Sache werden. Am Anreisetag gab es ein Gespräch, in dem Henrik avisiert wurde, dass ein kleiner Blasenstein zertrümmert wird und dieser dann mit dem Urin aus der Blase heraus geschwemmt wird. So oder so ähnlich sollte es laufen.
Am nächsten Tag gab es dann eine Voruntersuchung, um das Trümmern vorzubereiten. Henrik kam dann ziemlich deprimiert von der Voruntersuchung zurück. Bei der durchgeführten Sono haben die Urologen einen taubenei großen Blasenstein gefunden. Jetzt muss eine richtige OP her, um das Teil zu entfernen. Nix mit am Wochenende wieder zu Hause. Naja, so haben wir uns angefreundet und halten Kontakt. Heute war Henrik wegen einer Nachuntersuchung in Hamburg. Wir hatten uns im Anschluss verabredet. Henrik hatte sich gewünscht in einem recht bekannten Restaurant in der Schanze essen zu gehen, da er ein großer Fan des Besitzers ist. Ein bekannter Koch aus der Gegend. Ich konnte sogar für den Abend einen Tisch reservieren, dachte ich zumindest. Davon aber später mehr.
Wir trafen uns schon am Nachmittag und haben in einem schönen so halbwegs barrierefreien Cafe lecker Kuchen gegessen. Henrik erzählte Schatzi und mir wie es ihm in Bergedorf ergangen ist. Urologen sind ja eine echt spezielle Gattung. Um den Gag zu verstehen der jetzt folgt, muss man wissen, das Henrik Maier mit Nachnamen heißt. Also Henrik kam zum Termin in der Urologie in "unserem" Krankenhaus an. Dort gibt es einen extra Wartebereich, den er in seinem Rolli ansteuerte. Kurz vor erreichen des Wartebereichs ging eine Tür auf und "unser" Urologe kam heraus, erblickte Henrik, machte auf dem Absatz kehr und brüllte ins Ärztezimmer: "Der Steinmeier ist da!". Mir kullerten vor lachen ein paar Tränen über die Wange. So kann nur unser Krankenhaus sein...
Nun zum Essen gehen:
Nach dem Kaffee trinken, sind wir kurz zu mir, damit Henrik sich vorm Essen noch kathetern konnte.
Wir hatten den Tisch für 19:00 Uhr leider nur bis 21:00 Uhr, da der Laden immer ziemlich ausgebucht ist. Wir also los und es kommt wie es immer kommen muss. Stau in Hamburg, na toll. Als klar war, dass wir es nicht pünktlich schaffen würden, rief ich zur Sicherheit in dem Restaurant an, um zu klären, dass wir noch kommen und unser Tisch nicht weg gegeben werden soll. Die freundliche Dame im Support klang etwa komisch. Sie fragte mehrfach nach meinem Namen dem Datum und der Uhrzeit meiner Reservierung. Ich erklärte ihr mehrfach, dass es sich um eine Reservierung für heute, 2 Rollies und ein Fußgänger, in einer viertel Stunde handelt. Nach dem dritten Mal erklären, meinte Sie, dass für heute keine Reservierung vorliegt, ich aber meine Reservierung in 14 Tagen gern wahrnehmen kann. Ich war etwas verdattert. Jetzt wurde mir klar, warum die Dame so komisch klang. Sie wusste einfach überhaupt nicht, wo von ich sprach. Als ich Ihr dann die Geschichte von vorn erzählte, also das ich vor ein paar Tagen für heute reserviert habe, weil Henrik so ein großer Tim-Fan ist und er sich schon so sehr freut, meinte sie, wir sollten das Telefonat beenden, sie ruft gleich zurück. (Diesen Satz widme ich Mark Twain).
Zwei Minuten später war sie wieder in der Leitung. Wir hatten unseren Tisch und zwar zeitlich unbegrenzt. Das nenne ich mal Kunden orientiert. Der Abend war toll. Wir hatten einen schönen Tisch, obwohl das Restaurant wirklich bis auf den letzten Platz voll war und das Essen war wirklich lecker!



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