Montag, 24. März 2014

Rolltreppe fahren will gelernt sein!

Ich hatte zwar in meinem Krankenhaus Rollitraining, aber leider habe ich dort nur die Basics gelernt. Meine lange Bettruhe, die zweite OP und dann das recht schnelle Verlassen des Krankenhauses in Richtung Reha haben eine intensivere Ausbildung leider verhindert. Ich kann zwar recht gut fahren, wollte aber, nach der Ohlsdorf Aktion, noch unabhängiger werden und bat meine Ergotherapeutin mir das Rolltreppefahren beizubringen. Wir haben uns an einem sonnigen Tag am Barmbeker Bahnhof verabredet, da es dort ein Rolltreppe gibt, die sowohl aufwärts als auch abwärts fährt. Und obwohl ich mir diverse Videos auf YT angesehen habe, hatte doch ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Ich glaube meiner Therapeutin ging es nicht anders. Sie hatte das auch noch nicht gemacht. Zuerst wollte Sie mit dem leeren Rollstuhl allein nach oben fahren. Ich setzte mich auf die Treppe. Der Rollstuhl stand ganz allein in den Treppen. Hinauf fahren sollte also gehen.
Ich setzte mich wieder in den Rollstuhl und wir versuchten es. Rein fahren, nach vorn beugen, an den Laufbändern festhalten und ich fuhr im Rolli die Rolltreppe nach oben. Ganz einfach. Raus war etwas hackelig. Man muss über die Kante, unter der die Stufen verschwinden, rüber. Also wieder runter. Hmm, rückwärts in die Rolltreppe hineinfahren, nach vorn beugen und fest halten, soweit die Theorie.
Ich versuchte erst mal nur vorsichtig rückwärts an die Treppe ran zufahren. Nö, das mach ich nicht. Puh ist das ein komisches Gefühl. Nun muss man wissen, das meine Therapeutin zwar eine resolute Person ist, aber leider nicht so der Muskelprotz. Wir hatte beide jetzt nicht so das ganz gute Gefühl und standen etwas ratlos an der Rolltreppe. Da kam eine ältere Dame und wies uns den Weg zum Fahrstuhl am anderen Ende des Bahnsteigs. Wir bedankten uns höflich und klärten Sie kurz über unseren Trainingsversuch auf. Das bekam ein ziemlich großer und kräftiger Mann mittleren Alters mit. Er schaute mich an, fing an zu grinsen und meine dann trocken "Hast Schiss, nä". Ich bejahte das, zeigte auf die steile Rolltreppe und meine zierliche Therapeutin. Wir mussten alle lachen! Er meinte dann wir machen das zusammen. Gesagt - getan. Er ging mit meiner Therapeutin in de Rolltreppe und bei mussten die Treppe fahrende Treppe solange rauf laufen, bis ich die Traute hatte in die Treppe hinein zufahren. aber mit den Beiden im Rücken habe ich es geschafft. Und es war im Endeffekt total leicht. Es war nur die Überwindung. Wir sind dann zu dritt noch drei vier Mal die Rolltreppe rauf und runter gefahren bis ich sicher war. Der uns unbekannte Mann hatte sichtlich gefallen an seinem "neuen" Job gefunden! Als die Zeit um war, habe ich mich tausendmal bei meinen Trainern bedankt und fahre seit dem Rolltreppe. Tschaka!
Pro-Tipp: Versucht es beim ersten Mal nicht allein. Die Kanten sind bei ersten Mal nicht ohne!

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